Welche Menschen kommen bei unserer Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften zusammen? Lernen Sie hier Gesichter und Geschichten  kennen.

Geschichten über Unterstützung

Die neugewonnene Freiheit in die Nachbarschaft investieren

Frau Wegmüller, wie sind Sie zu unserer Nachbarschaftshilfe gekommen?
Elisabeth WegmüllerIch habe seit gut drei Jahren starkes Rheuma und durch die Schmerzen fallen mir gewisse alltägliche Aufgaben wie Einkaufen oder Wäsche aufhängen schwer. Durch eine Bekannte habe ich von der Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften erfahren und wurde neugierig.

Und Sie, Frau Stoll?
Christa Stoll: Ich bin seit 1. Januar diesen Jahres frühpensioniert und es kam der Wunsch auf, meine neugewonnene Freiheit zur Unterstützung anderer zu nutzen. Mir war die Nachbarschaftshilfe ein Begriff und ich erfuhr dann, dass im Kreis 10 das Modell der Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften im Aufbau ist.

Wie sieht Ihr Kontakt aus?
E.W.: Christa geht einmal die Woche mit dem «Ziehwägeli»für mich einkaufen und bringt mir aus dem Coop oder Migros, die ganz in der Nähe sind, die von mir gewünschten Produkte. Dabei bin ich sehr glücklich, wie sie den Blick für die «guten» Produkte hat.

C.S: Wobei es sich schon einspielen musste, am Anfang war ich mir manchmal unsicher, welchen Ersatz ich für nicht vorhandene Ware am besten nehmen sollte. Nach nun fast fünf Monaten kenne ich die Vorstellungen und Wünsche von Elisabeth und freue mich, wenn sie zufrieden ist.

Wie war es für Sie Frau Wegmüller, einen fremden Menschen in die eigenen vier Wänden reinzulassen?
E.W.: Die Chemie stimmte von Anfang an zwischen mir und Christa, was für das wachsende Vertrauen ausschlaggebend war. Zudem findet unser Kontakt im Wohnbereich und in der Küche statt, da ist die Intimsphäre für mich nicht gross betroffen.

Welche Rolle spielt die Zeitvorsorge und die damit verbundenen Zeitgutschriften für Sie?
C.S.: Die Zeitgutschriften spielen für mich in punkto Anerkennung eine sehr untergeordnete Rolle. Es sind die Aufgabe und der damit verbundene Effekt, die mich motivieren. Allenfalls könnten sie als Bestätigung dienen, um schwarz auf weiss zu sehen, wie viel Zeit ich für die Unterstützung in der Nachbarschaft investiert habe.

E.M.: Ich finde es schön und wichtig, dass die Helfenden Zeit gutgeschrieben bekommen. Mir persönlich fällt es so etwas einfacher, diese wertvolle Hilfe für meinen Alltag anzunehmen.

Tandem Wegmueller_Stoll
Elisabeth Wegmüller (links) und Christa Stoll
Zeitgut Zürich Höngg-Wipkingen